Immer wieder wird der Kryptomarkt mit Chinas Attacken auf den Bitcoin und Co konfrontiert. Oft reagieren Anleger panikartig und vorschnell. Jüngst hatte China sich erneut feindlich gegenüber Bitcoin-Minern gezeigt und Farmen geschlossen. Auf den ersten Blick scheint das ein Drama zu sein, auf den zweiten Blick sind es absolut bullische Neuigkeiten.

Der Bitcoin hat erneut Federn lassen müssen. Die Leitwährung zog andere Coins und Tokens mit. Insbesondere die Nachricht über Chinas Attacken auf das Bitcoin-Mining werden vielfach dramatisiert. Dabei gibt es dafür keinen Grund. Im Gegenteil.

Miner flüchten ins Ausland

Der jüngste Einbruch, unter anderem durch die Schließung von Mining-Farmen wird vermutlich nicht andauern. Erstens, weil die Miner sich in Scharen ins Ausland flüchten, so deutlich stabilere Bedingungen auf sie warten. Zweitens, weil eine Verteilung der Mining-Unternehmen über andere Länder der Welt den Gedanken der Dezentralisierung stützt.

Derzeit hängt vieles von dem Wohlwollen der chinesischen Regierung ab. Zwar ist der Bitcoin grundsätzlich dezentral, allerdings sorgt die Konzentration der Mining-Farmen in China dafür, dass indirekt zu viel Kontrolle durch eine Regierung ausgeübt werden kann. Jedes Gerücht, jeder Bann, jeder staatliche Eingriff hat derzeit enorme Auswirkungen auf den Markt der Kryptowährungen. Oft verbunden ist das mit Angst und diese wiederum mit Panikverkäufen.

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  • Bitcoin
    (BTC)
  • Preis
    $42,907.00
  • Marktkapitalisierung
    $812.31 B

Verteilen sich die Mining-Farmen, könnte dieser Effekt sich deutlich abmildern. Der Stabilität der Kryptowährungen würde das gut tun. In jeder schlechten Nachricht steckt also auch etwas gutes. Zahlen verdeutlichen das: Rund drei Viertel aller Bitcoin-Miner sitzen derzeit in China. Sie sind verantwortlich für mehr als 65 Prozent der monatlichen Hashrates. China wird somit zu dem Bitcoin-Land schlechthin. Eine tiefgreifende staatliche Regulierung kann den Markt zu großen Teilen lahmlegen. Utopisch ist das nicht, immer wieder sorgen unter anderem Gerüchte dafür, dass die Kurse der Coins und Tokens sich ins Negative bewegen, obwohl sie es gar nicht müssten.

Durch den Einfluss auf die Mining-Struktur stellt China sich im Grunde selbst ein Bein, weil Unternehmen ins Ausland gedrängt werden. Kleine und große Anleger sollten darin Chancen sehen. Sind die News also schlecht? Nein, sie sind bullisch!

Unter anderem will die fünftgrößte Mining-Firma (BTC.com) aus China abwandern. Ist das bärisch? Im Gegenteil: Es eröffnet dem Unternehmen neue Chancen – und dezentralisiert China als Bitcoin-Zentrum der Welt.

Ohnehin scheinen die Gründe für die Attacken vorgeschoben zu sein. Ökologische Erwägung führt China an, die Feindlichkeit gegenüber Bitcoin-Minern existiert allerdings weitaus länger. So ganz zusammenpassen will das nicht. Vor allem vor dem Hintergrund der ohnehin immer energiefreundlicher werdenden Bitcoin-Mining-Strukturen. Erneuerbare Energien werden längst im Rahmen des BTC-Schürfens genutzt – weitaus mehr als es bei anderen Großindustrien der Fall ist.