FUD? Fast überall kann man dieses Buchstaben-Trio lesen, wenn es die aktuellen Kurse der Kryptowährungen wieder in den roten Bereich zieht. Dann kommen Nutzer mit mahnenden, anklagenden, manchmal völlig haltlosen Behauptungen um die Ecke, um ihrem Frust freien Lauf zu lassen. Doch auch andersherum funktioniert das: Wenn Kurse grün leuchten, wollen einige Fans anderer Kryptowährungen Unsicherheiten streuen, um das Image von Coins und Tokens zu schädigen. Sie säen “Fear, Uncertainty and Doubt”, kurz FUD. 

Ängste vor allem bei unerfahrenen Investoren zu schüren, ist so alt wie die Investment-Cases selbst. Wenn es bei einer anderen Währung gut läuft, bei der eigenen jedoch nicht, versuchen Nutzer nicht selten, das Image der Konkurrenten zu schädigen. Dahinter verbergen sich zwei Gründe: Einerseits will man seinen Frust abladen und anderen die gute Stimmung vermiesen; andererseits möchte man Investoren aus einem Investment drängen, damit die bullische Phase möglichst schnell abreißt.

Angst, Unsicherheit und Zweifel drücken Preise

Auch im Bereich der Kryptowährungen ist derartiges Verhalten immer wieder spürbar. Dort kürzt man dieses “Mittel” mit FUD ab: “Fear, Uncertainty and Doubt”, was übersetzt Ängste, Unsicherheiten und Zweifel bedeutet. Genau damit will man Investoren nämlich verschrecken – so sollen Erfolge zerredet und Personen, Institutionen oder Organisationen bezüglich des Images geschädigt werden.

Als Anfänger im Handel mit Kryptowährungen ist man besonders anfällig für FUD, denn nicht immer lassen sich die absichtlich gestreuten Falschinformationen sofort auch als solche entlarven. Eindeutig um FUD handelt es sich meistens, wenn Nutzer sprachlich besonders offensiv agieren. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in einem Beitrag bewusst “Fear, Uncertainty and Doubt” enthalten sind. Umso so wichtiger ist die alte Krypto-Weisheit: Do your own research – stelle deine eigenen Nachforschungen an. Wer als Einsteiger auf dem Kryptomarkt agiert, sollte diesen Grundsatz verinnerlichen und sich merken, dass die Informationen anderer immer auch falsch oder zumindest unvollständig sein können.

Besonders häufig begegnet man derzeit FUD im Bereich der sogenannten – wenn auch manchmal ambitionierten – Shitcoins. Läuft es nicht rund mit dem Kurs, kommen Zweifler. Diese sind womöglich bereits aus dem Investment ausgestiegen, haben Geld verloren und wollen nun das Image eines Coins oder Tokens nachhaltig beschädigen. FUD kommt gehäuft in Sozialen Medien oder Foren vor, allerdings gibt es auch Fälle, in denen öffentliche Portale oder gar Medien Zweifel an einem Projekt säen. Besonders kritisch ist zu sehen, wenn prominente Nutzer oder gar Finanzexperten “Fear, Uncertainty and Doubt” einsetzen, um andere Blockchain-Projekte klein zu halten und Nutzer zum Kauf der “eigenen” Währung zu drängen.

Das Verbreiten von Ängsten und Zweifeln kann sogar dazu führen, dass Kurse von Kryptowährungen beeinträchtigt werden. Foto: Volkmann

Das Verbreiten von Ängsten und Zweifeln kann sogar dazu führen, dass Kurse von Kryptowährungen beeinträchtigt werden. Foto: Volkmann

Der Grund ist vergleichsweise simpel. Es ist die inzwischen große Konkurrenz. Es gibt heutzutage Hunderte Coins und Tokens, immer wieder buhlen neue Projekte um die Gunst – und das Geld – der Krypto-Fans. Bereits etablierte Projekte sollen dann vor den jungen Konzepten durch FUD-Maßnahmen geschützt werden. Aus Angst wird quasi Angst gesät.

Unsicherheiten und Zweifel können bei gut laufenden Coin-Preisentwicklungen auch eingesetzt werden, um sich bewusst ein Investmentfenster zu schaffen. Wird ein Kurs kurzzeitig gedrückt, so bietet sich eine Möglichkeit für einen Einstieg. Im volatilen Kryptomarkt ist das dann spürbar. Vor allem wenn FUD die Runde macht, kann sich das zu einer selbstlaufenden Spirale entwickeln, die den Kurs tatsächlich beeinträchtigt. Häufig ist es eine größere Anzahl von “Panic sellers” – also Nutzern, die aus Panik ihre Coins verkaufen – die für eine sichtbare Abwärtsbewegung sorgen.

Der Begriff hat Geschichte. Es soll IBM-Gründer Gene Amdahl gewesen sein, der den Begriff geprägt hat.

Eng mit FUD verbunden ist FOMO, “Fear of missing out” – die Angst davor, etwas zu verpassen. Durch Falschinformationen, Ängste und Zweifel kann somit eine Gegenreaktion entstehen, die Anleger zu Investments drängt, die sie nicht getätigt hätten, wenn sie vorher recherchiert hätten.


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