Bitcoin-Mining war jahrelang mit einem Makel belegt: Die Energiebilanz solle deutlich negativ ausfallen. Jüngst mehrten sich die Stimmen über einen inzwischen verbreiteten Fokus auf erneuerbare Energien. Nun untermauert eine Studie des neu gegründeten “Bitcoin Mining Council” diese Ansicht. Demnach wächst der Anteil an erneuerbaren Energien beim Bitcoin-Mining. Für den Coin-Klassiker besteht nun tatsächlich Hoffnung darauf, einen Makel abschütteln zu können.

Das vom Microstrategy-Chef Michael Saylor initiierte “Bitcoin Mining Council” betreibt Lobbyarbeit für den Coin-Dino Bitcoin. Zum Monatsbeginn hatte man eine Studie veröffentlicht, die dem Mining-Geschehe eine deutlich bessere Energiebilanz bescheinigt als bislang angenommen. Seit geraumer Zeit gibt es immer wieder Stimmen, die versicherten, dass für das Schürfen von Bitcoin deutlich mehr grüne Energie verwendet wird als allgemein bekannt.

Bitcoin-Mining: Rund zwei Drittel Erneuerbare

Einen deutlichen Anstieg von knapp über 50 Prozent sollen erneuerbare Energien in der Branche allein zum Übergang zum zweiten Jahresquartal verzeichnet haben. Das ist eine der Kernaussagen des Berichts den Bitcoin Mining Council. Weiterhin geben die Interessenvertreter an, das rund zwei Drittel der verwendeten Energie aus erneuerbaren Quelle stammen solle. Nun handelt es sich bei dem Bericht allerdings um hausgemachten Optimismus: Den Einbruch der Hashraten erwähnt der Bericht zwar, setzt diesen allerdings nicht in eine mögliche Relation zum Energieaufwand.

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Der Eingriff der chinesischen Regierung in die Mining-Strukturen hatte für die Abwärtsspirale gesorgt. Unklar ist derzeit, wie sich die Energiebilanz entwickeln wird, sollten die Miner ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen. Derzeit lässt sich aufgrund mehrerer nicht bekannter Variablen nicht abschließend feststellen, ob und wie positiv die Ökobilanz des Bitcoin Minings wirklich ausfällt.

Auch bei der Erhebung der Daten für die Studie scheint es ungünstige Faktoren zu geben, So haben die Macher auf lediglich drei Fragen zurückgegriffen. Zudem ist die Größe der Stichprobe nicht bekannt. Allein dieser Umstand ist Grund genug für sine gesunde Portion Skepsis.

Dennoch: Die Energiebilanz könnte sich zukünftig deutlich positiver gestalten als bisher. Einer der neueren Gründe dafür ist die Abkehr von China einiger Mining-Unternehmen. Viele griffen bislang auf nicht regenerative Energie – in China vorrangig Kohle – zurück. Weil die Mining-Farmen den Betrieb aber nicht einstellen, sondern voraussichtlich in anderen Ländern wieder aufnehmen werden, könnte sich daraus zumindest der Anspruch auf Mining mit einem Plus an erneuerbaren Ressourcen ergeben.

Ob Nachhaltigkeit tatsächlich ein Thema beim Bitcoin-Schürfen wird, liegt nicht zuletzt an den Unternehmen. Sie werden die Fragen vermutlich in den kommenden Monaten beantworten. Elon Musk hatte vor wenigen Wochen eine Diskussion um die schlechte Energiebilanz des Bitcoin-Minings losgetreten – Argumente gibt es indes für beide Seiten.