Was ist NFT? Dieses Frage stellt sich vermutlich selbst so mancher Krypto-Kenner seit Ende des vergangenen Jahres. Die Non-Fungible Tokens sind – im Gegensatz zu Fungible Tokens wie etwa der Bitcoin einer ist – einzigartig. Der Clou: Man kann damit eine Eigentumsstellung belegen. Abgesichert ist das Ganze dann in der Blockchain. Begegnet sein dürfte einem das Kürzel NFT vermutlich im Zusammenhang mit Kunstwerken. Für Unsummen sind mehrere dieser “digitalen Signaturen” bereits verkauft worden

 

Der Non-Fungible Token ist eine der modernen Ausprägungen im Blockchain-Segment und dabei eng verbunden mit dem Begriff “Smart Contract”. Damit lassen sich quasi einmalige Einträge auf der Blockchain machen. Der Vorteil: Ein NFT gleicht somit einer Art Echtheitszertifikat, wie man es für Goldmünzen oder Gemälde kennt – nur eben digital.

NFT: Einzigartige Verträge

Es ist unter anderem mal wieder Elon Musk, den man in einem Atemzug mit Non-Fungible Tokens nennen muss – zumindest indirekt. Seine Ehefrau, die Sängerin Grimes, war es nämlich, die ebenso dafür sorgt, dass NFT ein Thema für eine breitere Masse wurde wie einige populäre Verkäufe mit Millionen summen. So hatte im vergangenen Herbst ein US-amerikanischer Kunstsammler für ein zehn Sekunden langes Video eine Summe von fast sieben Millionen Dollar ausgegeben. Zu sehen war darin ein gigantischer Donald Trump in einer nicht besonders präsidialen Situation.

Neu ist der Non-Fungible Token nicht, er wurde lediglich neu entdeckt. NFT gibt es bereits seit 2017, im Jahr 2020 hatte sich die Marktkapitalisierung jedoch ungefähr verachtfacht. Das ist auch dem gestiegenen Interesse an dem Thema zu verdanken. Zudem ist der neue Erfolg von NFT auch mit dem Boom der Kryptowährungen verbunden. Der Bitcoin oder Ethereum hatten neue Rekordmarken erreicht, vor allem ETH ist eng verknüpft mit Non-Fungible Token, weil unter anderem die das ERC-721-Protokoll sowie der ERC-1155-Standard unterstützt werden. Die ersten Non-Fungible Token wurden auf der Ethereum-Blockchain erschaffen, inzwischen gibt es jedoch weitere Möglichkeiten.

Als Objekte für NFT dienen digitale Kunst, Objekte in Computerspielen oder Musik. Nicht immer fließen horrende Summen, digitale Kunst und Kultur gibt es auch zum kleineren Preis. Fest steht: Immer häufiger kaufen Menschen Videos, Bilder oder sogar Tweets – beziehungsweise NFT als stellvertretende Zertifikate. Der Clou dahinter ist simpel und entspricht jenen Zertifizierungen, die man auch der realen Welt kennt.

Deutlich zu sehen ist ein spürbarer Anstieg bei den Google-Suchen:

In den vergangenen Monaten ist das Interesse an NFT deutlich gestiegen. Quelle: Google Trends

In den vergangenen Monaten ist das Interesse an NFT deutlich gestiegen. Quelle: Google Trends

Hierzu ein Beispiel: Es gibt unzählige Kunstdrucke von Van Goghs Kunstwerk “Sonnenblumen”, aber nur ein Original. Nur Experten können eine gut gemachte Kopie und das originale Werk auseinanderhalten, einfach wird das, wenn der Eigentümer ein Echtheitszertifikat vorlegen kann.

Ähnlich ist es mit NFT: Kauft man quasi ein spezielles Bild, so können davon im Laufe der Zeit viele Kopien im Internet auftauchen. Nur derjenige, der das mit dem Bild verknüpfte Non-Fungible Token besitzt, besitzt jedoch das Original – und kann genau das auch nachweisen. Wir erinnern: NFT sind einzigartig.

Non-Fungible Token sind also mit digitalen Sammelgütern verbunden und daher entsprechend gefragt. Das ist auch der Grund, aus dem Originale zu unglaublichen Preisen versteigert werden können. Es liegt an der Einzigartigkeit verbunden mit der Nachweisbarkeit der Echtheit. Man kann NFT daher durchaus als Form der Geldanlage verstehen, so wie Kunst es in der Realität ist.

Ein bekanntes Beispiel für NFT ist das Kunstwerk “Everydays: The first 5.000 Day” des Schöpfers “Beeple”. Es ging für fast 60 Millionen Euro über die Ladentheke.

Inzwischen können NFT auf verschiedenen Marktplätzen auf den Exchanges angeboten werden, so etwa auf Binance, einer der derzeit größten und populärsten Krypto-Börsen. Im Juni 2021 soll dort ein NFT-Marketplace starten. Den Non-Fungible Token dürfte das erneut Auftrieb verschaffen, weil die Masse an Menschen größer wird, die mit dem Thema in Berührung kommen. Den Preis bestimmt dabei unter anderem das Verständnis von dem Wert eines Werks und nicht unbedingt sein Nutzen. Je namhafter ein Künstler oder Schöpfer, desto höhere Preise lassen sich auch mit NFT erzielen.

Letztendlich ist NFT im digitalen Segment nur ein Anfang, denn die Technologie lässt sich auf alle sammelbaren Gegenstände ausweiten, also auch auf physische. Jedes Werk ließe sich somit mittel Non-Fungible Token zertifizieren. Grundsätzlich könnten Kunstschaffende damit sogar auf Galerien als Vermittler verzichten und Werke als Direktverkäufe anbieten. Wir erinnern an dieser Stelle “Smart Contracts”, smarte Verträge also, in die sich automatisierte Tantiemen-Zahlungen einprogrammieren lassen würden. Jedes Mal wenn ein NFT eines Künstlers also weiterverkauft würde, würde der Schöpfer dafür einen festgelegten Prozentsatz des neuen Verkaufspreises erhalten – automatisch.

Ernstes Thema? CryptoKitties!

Wer jetzt denkt, NFT wäre ein biederes Thema und nur Kunstsammlern vorbehalten, der sei beruhigt: Eine echte NFT-Strömung ist nämlich das Spiel CryptoKitties, bei dem Spieler digitale Katzen ausbrüten. Das Spiel läuft nun seit mittlerweile fünf Jahren. Der Clou: Zwei Katzen lassen sich paaren, um daraus eine neue Katzen mit neuen Mutationen zu erschaffen. Das setzt sich fort – mitunter entstehen dabei Tiere, die zu hohen Preise verkauft werden.

Die Idee hinter CryptoKitties zeigt, wie Spiel und Währung verschmelzen können und geben möglicherweise einen Vorgeschmack auf die Zukunft, in der Werte eine andere Rollen spielen als jetzt. Darin liegt auch einer der kritikpunkte an NFT, denn möglicherweise wird dann bei Werken nur auf den monetären Wert und nicht auf die künstlerische Schöpfung abgestellt.

Am Ende wird nur die Zeit zeigen, ob NFT sich auch langfristig und nachhaltig am Markt festsetzen kann. Sollte das so sein, könnten damit zukünftig alle möglichen physischen Güter gekauft und gehandelt werden.


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